Norwegen mit dem Auto

Als mein Handywecker klingelt, brauche ich einen Moment um zu realisieren, dass ich in Norwegen bin. Um genauer zu sein in Kristiansand. Beim Aufstehen merke ich, dass mir die gestrige Reise noch in den Knochen steckt. Acht Stunden Autofahrt, plus drei Stunden mit einer stark in der Nordsee schaukelnden Fähre. Jetzt ist es sechs Uhr morgens, ich bin jetzt seit fünf Stunden in Norwegen. Bei dem Gedanken an den bevorstehenden Tag, verfliegt allerdings die Müdigkeit. Was bleibt ist Aufregung und Vorfreude.

Es ist Road Trip Zeit

Ich mag das reisen mit dem Auto. Ich mag das langsame herum criuisen. Das anhalten können, wo ich will. Ich mag es, wenn die Windschutzscheibe zum Panoramafenster wird und die Bilder an mir vorbei ziehen. Außer dem mag ich die Unabhängigkeit, die eine Reise mit dem Auto mit sich bringt.

In regelmäßigen Abständen brauche und suche ich das Gefühl des unbegrenzten Freiseins. Ich brauche das Ausbrechen aus dem Alltag, aus dem Hamsterrad, aus der täglichen Routine, die sich immer wieder in mein Leben einschleicht. Dabei ist mir die Reise Route prinzipiell egal, nicht einmal das Reiseland spielt wirklich eine Rolle. Der Grund für eine Reise ist stetes der selbe. Es ist die Reise.

Warum ausgerechnet Norwegen?

Zugegeben, für einen Trip Ende Oktober ist Norwegen schon fast grenzgängig. Um diese Jahreszeit, kann so hoch im Norden der Winter schon mal erbarmungslos zupacken. Doch die glasklare Luft und die Goldenen Wälder können unwiderstehlich wirken, auf jemanden der die wilde Natur mag. Abgesehen davon zog mich Skandinavien schon immer an. Ich mag die Menschen und ihre raue, freundliche Art. Ich mag die Badebuchten und die Küstenstädte. Ich mag die kleinen Inseln und die Fischerhütten. Ich glaube nicht, dass man mit einer Reise nach Norwegen etwas falsch machen kann.                                   Egal zu welcher Jahreszeit

On the road

Wir packen die Sachen wieder ein, die wir wenige Stunden zuvor ausgepackt haben und eilen in den Frühstücksraum. Wir, das sind mein Sohn Noah und ich. Noah ist zehn. Ich habe lange überlegt ob er die Strapazen einer Reise mit mir überstehen wird. Das „On the road Sein“ kann an die Substanz gehen. Früh aufstehen, lange fahren, viel laufen, unregelmäßige Mahlzeiten und lange Tage. Bis kurz vor der Abfahrt habe ich befürchtet, dass er noch abspringen könnte. Ich habe ihm nichts verschwiegen und auch nichts verschönert. Nun ist er hier, mit mir. Ich glaube es wird eine gute Vater Sohn Geschichte.

Ich reise gerne allein. Nicht weil ich fliehe, sondern weil ich bewusst die Einsamkeit suche. In einer scheinbar unberührten und wilden Landschaft. Weil ich dann, für eine begrenzte Zeit ich selbst sein kann, und erkenne wo ich hingehöre. Aber die Bitte meines Sohnes mit nach Norwegen kommen zu dürfen, mochte ich nicht abschlagen. Außerdem macht es mir nichts aus, dass er dabei sein möchte. Er ist ein angenehmer Zeitgenosse, der mit zehn Jahren viel Verständnis zeigt.

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Norwegen

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Bereits eine halbe Stunde nach dem Frühstück sitzen wir im Auto und kämpfen uns durch den Morgenverkehr. Die Norweger sind Frühaufsteher, die Strassen sind voll. Aber das ist nicht der einzige Grund. Denn in Kristiansand, endet nicht nur die Europastrasse von Oslo, hier verlaufen auch viele andere Verkehrsknotenpunkte. Hier kommen sie an, die Trucks, die Pkws, die Touristenbusse. Viele kommen direkt von den Fähren und werden in Kristiansand ins Landesinnere verteilt.

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Fjord in Norwegen

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Bereits wenige Kilometer hinter Kristiansand, lichtet sich der Verkehr.

Die Straßen werden freier und die Landschaft wechselt innerhalb von Minuten. Wir bekommen eine Vorahnung, auf das, was dieses Land zu bieten hat. Die ersten tiefblauen Fjorde, mit ihren stillen Buchten tauchen wie aus dem nichts auf. Die herbstlichen Farben scheinen regelrecht zu explodieren. Auch hier scheint es ihn zu geben, den „Indian Summer“. Hier im Südnorwegen, hat sich  der Sommer noch nicht ergeben, den Temperaturen klettern angenehm nach Oben.

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Häuser in Norwegen

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Die E39 entlang geht es Richtung Stavanger. Die Strecke zieht sich. Wir halten regelmäßig an, um zu Fotografieren und um zu staunen. Nach zwei Stunden Autofahrt, rasten wir eine halbe Stunde an einem Platz mit phänomenaler Aussicht. Von einer Anhöhe aus, schauen wir auf eine Ansammlung von roten und weißen Häusern. Der kleine Ort unten im Tal, liegt direkt am Wasser umringt von grün bewachsenen Bergen.

Kristiansand

 

 

Im Wasser, an den Holzstegen erkennen wir festgemachte Boote.

Wer in Norwegen nicht in der Stadt lebt, lebt entweder am Wasser oder in den Bergen. Etwa zwei Drittel des Landes besteht aus Gebirgen oder sind bewaldet. Der kleine Ort, den wir von Oben aus sehen, scheint alles zu vereinen.

Unten auf dem Fjord, kann man sie sehen. Fest gezurrt an dem Hauseigenen Steg. Segel und Angelboote, die friedlich in den seichten Wellen schaukeln. Fast jedes Haus hat eins.   Die meisten brauchen nur durch ihre Gärten zu laufen und schon sind sie am Wasser, gleich im Boot. Ich frage mich, ob einem der hier lebt, ein solcher Ort zu viel werden kann? ich jeden falls kann mich nicht satt sehen.

 

 

Altes Haus in Norwegen

 

 

Nach dieser kurzen Pause, brechen wir auf.

Wir fahren weiter, vorbei an verfallenen Häusern, die scheinbar verlassen wurden. Doch selbst als Ruinen, besitzen sie noch ihren Charme und hinterlassen ihre eigene, vielleicht etwas zu traurige Geschichte.

Die E39 schlängelt sich weiter, vorbei an schnell fließenden Flüssen. Vorbei an dichten Wäldern und vorbei an hübschen roten Häusern, die wie verstreut über all in der Gegend stehen.

 

Fluss in Norwegen

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Es ist bereits Mittag als wir den Hafen von Stavanger erreichen.

Von Stavanger aus, möchten wir mit der Fähre rüber nach Tau. Von Tau aus wiederum sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Tagesziel. Dem Preikestolen. Definitiv dem Highlight des heutigen Tages.

Der Preikestolen ist ein natürliches Felsplateau mit einer 600 Metern senkrecht abfallenden Wand. Von dort Oben hat man eine Göttliche Aussicht auf das umherliegende Land. Allerdings muss die Aussicht ziemlich mühsam erwandert werden. Ein etwa zweistündiger Fußmarsch über Stock und Stein

Doch jedes Mal wenn ich dort oben, völlig K.O direkt an der Kante stehe und weit hinein ins Landesinnere schaue, scheint meine Gier nach dem Glücklichsein für einen Moment gestillt zu sein.

Die Überfahrt mit der Fähre nutzen wir dazu, um uns etwas vor der Wanderung zu erholen. Erst jetzt, als wir aus den Fenstern schauen, sehen wir in welcher Gunst wir bei dem Wettergott stehen. Der Himmel ist so klar, dass er mit dem Fjord auf dem wir gerade unterwegs sind um die Wette strahlt. Sollte das Wetter so bleiben, wird es eine einmalige Wanderung.

 

>>>Hier geht´s zum Teil 2. Der Preikestolen<<<

 

 

 

 

 

 

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