In der Dunkelheit der Nordwälder

Zugegeben, Februar und März sind nicht unbedingt die schönsten Monate um in Norden Deutschlands durch die Wälder zu streifen. Der Winter hat sich noch nicht verabschiedet und der Frühling traut sich noch nicht. In den Wäldern riecht es höchstens nach feuchtem Moos und Erde. Die Sonne, die durch die kahlen Baumkronen scheint wärmt noch nicht. Der Wind weht eisig zwischen den Bäumen, die Wege sind matschig und schlammig und jederzeit kann es anfangen zu regnen.  Für die meisten Wanderer beginnt daher die Saison erst im April für manche sogar im Mai. Doch ich wollte trotzdem raus, ich musste.

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Als ich an diesem Morgen loslaufe scheint noch nicht einmal die Sonne. Über mir sehe ich nur dunkle Wolken die bedrohlich tief umherziehen. Die Gegend wird umhüllt von einem schweren Morgennebel und das Thermometer zeigt 6 Grad. Ich habe wie so oft meinen Hund mitgenommen. Chester. Chester ist ein Golden Retriever. Für ihn gibt es weder Jahreszeiten noch Wetter. Für Chester gibt es nur drin (geht so) oder draußen (gut so).

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Der Wanderweg startet märchenhaft an einer Burg. Es ist die Burg Schaumburg, die im gleichnamigen Ort  in Niedersachsen liegt. Die tausend Jahre alte Burg thront auf dem Nesselberg, von der man weit auf das Weserbergland schauen kann. Diese Burg ist es gewesen, die den Grafen der Schaumburger ihren Namen gab.  Sie ist ein gutes Ausflugsziel,  aber nicht heute. Es ist eine der vielen Touren, die man von der Burg aus starten kann. Ich entscheide mich für die Tour Nr. RI5 Wenn alles gut läuft sind wir in 4-5 Stunden in Bückeburg.

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Schon von Anfang an geht der Wanderweg ziemlich steil nach oben. Wie bei jeder Wanderung kämpfe ich mit den ersten Metern, suche den Rhythmus versuche Atmung und Tempo anzupassen. Obwohl der Wind kalt vom Norden weht, komme ich schnell auf Betriebstemperatur und merke wie mein Herz seinen Rhythmus beschleunigt.

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Der erste Abschnitt bietet nur dichten Wald und Dunkelheit. Das Laub und die restlichen Blätter, die noch an den Ästen hängen erhellen alles mit rot braunen Farben. Nur hin und wieder lichtet sich der Wald und ich erhasche von dem Bergkamm aus einen kurzen Bl
ick auf das ländliche Panorama.

 

 

 

 

 

 

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Gedankenverloren laufe ich in völliger Einsamkeit die Route ab. Bis auf die Geräusche meines Hundes, höre ich nur noch die Krähen. In dem dunklen Wald, am frühen Morgen wirken sie unheimlich und  geheimnisvoll. Es ist ihr Zuhause und sie fühlen sich gestört.

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Irgendwann im laufe des Vormittags kämpft sich die Sonne durch die Baumgipfel durch. Fast augenblicklich zeigt sich der Wald von seiner angenehmeren Seite.

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Eine Zeitlang laufe ich durch ein sonnendurchflutetes Tal. Es geht hoch und runter, doch die Strecke ist angenehm und genau richtig um die Wandersaison zu beginnen. Immer wieder beeindrucken mich die Ausblicke, auf die in den Tälern liegende Ortschaften. Bad Eilsen, Rinteln, Todenmann, Kleinenbremen. Es ist eine schöne Gegend und wie so oft liegt sie fast vor meiner Haustür.

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Von MD

 

 

 

 

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