Glasgow

Es ist noch ziemlich früh am Morgen, als ich in Glasgow lande. Neun Uhr dreißig, eigentlich eine gute Zeit, nur nicht für mich. Ich war bereits gegen fünf Uhr Morgens in Amsterdam auf dem Flughafen, da ich aus Niedersachsen komme, hieß es um Mitternacht losfahren. Ich bin müde, sehr sogar. Mein Reisepartner landet erst drei Stunden Später, er hatte sich spontan entschieden mitzukommen. Sehr spontan, erst den Abend zuvor. Ich muss warten, also kümmere ich mich erst um den Leihwagen. Die Autoverleiher versuchen die üblichen Tricks, empfehlen mir eine Zusatzversicherung, mit der ich gegen alles versichert wäre, Meteoritenschauer inklusive. Ich erkläre, dass ich das Auto bereits in Deutschland reserviert und gebucht habe und das mir die Versicherung die ich abgeschlossen habe ausreicht. Die kosmische Gefahr nehme ich in kauf. Ich trinke einen Kaffee, dann den zweiten, den dritten. Der Kaffee soll mich eigentlich am Leben halten, aber irgendwie zündet der nicht.

 

 

Gegen Mittag landet Martin, mein Reisepartner. Wir verstauen im Auto unsere Koffer und dann geht es auch schon los. Glasgow wir kommen. Linksverkehr, Kreisverkehr, Samstag. Die Strassen sind überfüllt, nix geht mehr. Celtic Glasgow spielt zuhause, die Fans strömen ins Stadion, was den Straßenverkehr nicht angenehmer macht. Dazu Konzerte  und Veranstaltungen. Wir nehmen jede Rote Ampel mit und fahren auch noch ohne Navi. Ganz old school mit einer Stadtkarte. Martin navigiert, ich fahre. Links, rechts, rechts, links. Ich staune wie schnell er das mit der Karte dem Linksverkehr und den Einbahnstrassen raus hat. Und überhaupt scheint halb Glasgow aus Einbahnstrassen zu bestehen.

 

 

Am späten Nachmittag erreichen wir unser erstes Hotel. Ich schaue auf meine Uhr und rechne nach. Seit 14 Stunden unterwegs, seit über dreißig Stunden wach. Ich kann kaum noch stehen, die Fahrt vom Flughafen war alles andere als entspannt. Aber dennoch, das unbekannte Glasgow wartet, die Neugier siegt und vertreibt die Müdigkeit, zumindest noch eine Weile. Was mir als erstes auffällt, sind die schönen Frauen. Ich dachte Schotten wären rothaarig und blas, aber genau das sind sie nicht. Glasgow gefällt, Glasgow pulsiert, Glasgow lebt. Abends finden wir einen Pub, nicht das man Pubs in Glasgow suchen muss, nur wir suchen einen in dem richtig was los ist. Das zweite Guinness gibt uns den Rest, jetzt können wir uns gegen die Ermattung nicht mehr wehren. Wie ein Vorschlaghammer erwischt sie mich und lässt mich ins Bett fallen. In der Nacht, in der ersten schottischen Nacht schlafe ich wie ein Stein.

 

Von MD

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